Nexus
Angewandte Tiefenpsychologie
Die analytische Psychologie nach Carl Gustav Jung beschäftigt sich mit Grundmustern menschlichen Verhaltens, Denkens und Fühlens, welche jedes Individuum prägen, unabhängig von Kultur, Veranlagung oder Erziehung. Diese kollektiven Grundmuster (Archetypen) haben stärksten Einfluss auf die menschliche Psyche, sind jedoch nicht unmittelbar zugänglich, da sie unterhalb der Schwelle des Bewusstseins liegen. In meinem Ansatz der „Angewandten Tiefenpsychologie“ untersuche ich die Berücksichtigung und Integration der Archetypen bei der Entwicklung vielschichtiger Multimedia-Systeme. Diesen Ansatz habe ich in meiner Abschlussarbeit am C.G. Jung Institut Zürich dargelegt.
Die Integration von Archetypen kann auf zwei Ebenen stattfinden:
- auf Systemebene (z.B. bei der Modellierung von Systemnutzern oder bei der Systemarchitektur)
- auf der Ebene des Entwicklungsprozesses (insbesondere in der Kreativphase und der frühen Analysephase)
Eine solche Integration tiefenpsychologischer Konzepte und Methoden erweitert die System-Gestaltung von einer vorwiegend ingenieurwissenschaftlichen zu einer ganzheitlichen Disziplin.
Die Methoden der analytischen Psychologie unterscheiden sich grundlegend von denen üblicher Wissenschaften. Statt objektivem Betrachten praktiziert der Tiefenpsychologe subjektives Erleben. Durch die persönliche Erfahrung und die anschließende wissenschaftliche Reflexion dieser Erfahrung gewinnt er Zugang zum Unbewussten. Erst dadurch kann er die Qualitäten der Archetypen in seine praktische Arbeit einfließen lassen.
Vielschichtige Multimedia-Systeme verbinden meist unterschiedlichste Individuen und Gruppen miteinander. Der tiefenpsychologisch ausgebildete System-Designer kann die kraftvollen unbewussten Aspekte dieser Verbindungen in die Planung und Entwicklung des Systems integrieren. Dies geschieht z.B. bei der Strategiebildung des Vorstands, im Kreativteam oder bei Usability-Tests.
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